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(Bürgermeister 1979 - 2014)

Klaus Kappler

Klaus Kappler (Bürgermeister 1979 - 2014)

Liebe Ensheimer,

nach 35 Jahren Bürgermeister in unserer Gemeinde Ensheim habe ich mich entschlossen, für dieses Amt nicht mehr zu kandidieren und diese ehrenvolle Auf­gabe in andere Hände zu geben. Ich habe das Bür­germeisteramt 1979 von meinem Vorgänger Werner Schmitt übernommen, nachdem ich zuvor bereits 10 Jahre Mitglied im Ensheimer Gemeinderat war. Mit meiner 35-jährigen Amtszeit bin ich der einzige Ortsbürgermeister in unserer Verbandsgemeinde, der seit Bildung der Verbandsgemeinde 1972 mit al­len 4 Verbandsbürgermeistern zusammengearbeitet hat, mit Horst Geisel, Karlheinz Pühler, Gerhard Seebald und mit Markus Conrad. Eine sehr lange Zeit. In dieser Zeit ist in unserer Gemeinde sehr viel passiert. War Ensheim in den 70er Jahren ein verträumtes Dörfchen, fast ausschließlich landwirtschaftlich ge­prägt, ohne Ortskanalisation und ohne ein Bauge­biet, so dass junge bauwillige Ensheimer abgewandert sind, so wurde das ab 1979 anders. Wir waren eine der ersten Gemeinden in der Verbandsgemein­de, die Anfang der 80er eine Dorfentwicklungspla­nung aufgestellt und beschlossen hat. Danach folgte 1984 die komplette Ortskanalisation mit Kläranlage und der Ausbau sämtlicher Ortsstraßen. Über die Förderung aus dem Dorferneuerungsprogramm konnten wir teilweise dorfgerechte Straßen mit Natursteinpflaster, Dorfplätze und auch Stützmauern in Naturstein errichten. Damals ist auch das erste Neu­baugebiet „Am Kachelberg” entstanden, in dem heu­te etwa 100 neue Ensheimer wohnen. Diesem Bau­gebiet folgte dann 2008 das 2. Neubaugebiet „Im Talacker” mit 28 Bauplätzen, die bis auf 2 bis heute alle bebaut sind und in dem mehr als 80 weitere neue Ensheimer wohnen. Seit 1986 haben wir auf Wunsch des damaligen Gemeinderates eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Dommartemont aus Lothringen. Diese Partnerschaft wird durch jährliche Besuche und Gegenbesuche gepflegt, obwohl ich mir dazu von unseren Ensheimern gerade in letzter Zeit etwas mehr Engagement gewünscht hätte. Nachdem der Saal in der Gaststätte Kreis aus Alters­und Sicherheitsgründen nicht mehr für gemeindliche und Vereinsveranstaltungen zur Verfügung stand, ha­ben wir 2003 unser Dorfgemeinschaftshaus um ei­nen Bürgersaal mit Gemeindebüro, Küche und sa­nitären Einrichtungen erweitert. Dafür haben wir vom Land Rheinland-Pfalz mit Unterstützung des damali­gen jetzt leider verstorbenen Innenministers Walter Zuber einen Zuschuss von 50 Prozent der Baukosten erhalten. Weitere Baumaßnahmen waren der Umbau des Schulgebäudes in ein Dorfgemeinschaftshaus, der Bau eines Feuerwehrhauses, einer Ausseg­nungshalle, die Neugestaltung des Friedhofes, Dorf­plätze und im letzen Jahr der Bau des Weinbergtur­mes. Seit Anfang 2000 wird die Weinbergsumlegung durch das DLR durchgeführt, bei der auch die Ge­meinde maßgeblich beteiligt ist. Dadurch hat unsere Gemarkung ein ganz neues Gesicht bekommen und fügt sich durch das viele Grün, durch die Wege­führung mit den Streuobstwiesen, sehr harmonisch in unsere rheinhessische Weinlandschaft ein. Es wä­re noch über vieles zu berichten, was in den 35 Jah­ren in unserer Gemeinde angepackt und vollendet wurde.

Geprägt war meine Amtszeit durch viele Baumaß­nahmen, die aus dem verträumten Dörfchen Ens­heim eine heutigen Ansprüchen gerechte Gemeinde gemacht hat, in der es sich gut wohnen und leben lässt.

Das alles ist und war aber nur möglich, weil alle mit­halfen, der Gemeinderat, die Bürger, die Vereine, ein­fach alle und dass auch ein gutes Verhältnis zu allen Behörden und zu unserer Verbandsgemeindeverwal­tung bestand und auch weiterhin bestehen wird. Dies war mir besonders wichtig und dies habe ich in all den Jahren auch gepflegt.

Ich weiß, dass ich es in meiner 35-jährigen Amtszeit nicht allen und jedem recht machen konnte, aber ich hatte nun mal das Allgemeinwohl unserer Gemeinde und unserer Ensheimer als Ziel all meiner Tätigkeiten im Auge und das war mir wichtig.

Ich bedanke mich bei allen, mit denen ich in den 35 Jahren zusammengearbeitet habe und die mich unterstützt haben, bei den vielen Gemeinderäten seit 1979, bei den Ensheimer Bürgerinnen und Bürgern, bei den Vereinen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbei­tern in der Verbandsgemeindeverwaltung und auch bei den Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen und bei allen, die mich bei den vielen freiwilligen Einsät­zen in unserer Gemeinde durch ihre Mithilfe und un­eigennützigen Arbeitseinsatz unterstützt und mitge­holfen haben. Ich danke auch meiner Frau Annema­rie, die mir in all den Jahren viel geholfen und vieles erledigt hat, wenn ich nicht in Ensheim war. Auch der Bürgermeister einer so kleinen Gemeinde braucht ei­ne starke Frau an seiner Seite.

Meinem Nachfolger und dem neuen Gemeinderat wünsche ich bei den vielfältigen kommunalen Aufga­ben viel Erfolg und eine glückliche Hand bei allen Entscheidungen.

Liebe Ensheimer, ich war gern Euer Bürgermeister und habe dieses Amt auch sehr gern und mit Freude ausgeübt.

Herzlichen Dank Ihr Klaus Kappler,

„Altbürgermeister” der Gemeinde Ensheim.

© 2014 by Klaus Kappler